Der Nordverbund Ausstieg Rechts ist das Netzwerk der zivil­gesellschaftlichen Distanzierungs- und Ausstiegsprogramme der norddeutschen Bundesländer (Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein). Wir ­arbeiten eng über Ländergrenzen hinweg zusammen und vernetzen Akteur:innen, um Ausstiege aus und Distanzierungs­prozesse von (extrem) rechten ­Einstellungen, Kontexten und Verschwörungsnarrativen zu ermöglichen.

Über uns ...

Aktuelles

Veranstaltungsreihe: (Extrem) rechte Einstellungen in postmigrantischen Communitys

27.10.22 | 15.11.22 | 08.12.22
11:30 – 12:30 Uhr | online per zoom

In der von Hamburg vernetzt gegen Rechts, der Diakonie Hamburg und dem Projekt perspek‘tif:a organisierten Online-Veranstaltungsreihe wollen wir unsere Projektarbeit vorstellen und Schlaglichter auf verschiedene Schwerpunkte wie die Auseinandersetzung mit türkeibezogenem Rechtsextremismus und den aktuellen Herausforderungen in Communitys mit postsowjetischem Bezug werfen. Sollten Sie Erfahrungen oder Fragen zum Thema haben, freuen wir uns über einen offenen Austausch mit Ihnen innerhalb dieser drei Veranstaltungen.

Weitere Informationen finden Sie hier.

Fernsehbeitrag: Antifeministen, rechte Männerbünde und die Krieger des Patriarchats

Im NRD-Format DAS! saß Tobias Ginsburg auf dem roten Sofa zum Thema seines Buchs „Die letzten Männer des Westens – Antifeministen, rechte Männerbünde und die Krieger des Patriarchats“. Gleich zwei Angebote des Nordverbunds geben ihre Expertise in kleinen Beiträgen: zum einen Kurswechsel zum Thema Verschwörungserzählungen, zum anderen Distance zum Thema Ausstieg aus rechten Zusammenhängen.

Schriftsteller und Theaterregisseur Tobias Ginsburg | NDR.de – Fernsehen – Sendungen A-Z – DAS!

Umfrage zu Opfererfahrungen im Zusammenhang mit staatlichen Institutionen

Du hast nach einem rassistischen, antisemitischen oder sexistischen Angriff Kontakt mit der Polizei gehabt? Dann nimm an unserer Befragung teil! In einer wissenschaftlichen Studie untersuchen wir, wie Betroffene den Kontakt mit Polizei und Justiz nach vorurteilsmotivierter Gewalt erleben. Aus diesen Erfahrungen wollen wir lernen. Durch deine Teilnahme hilfst du, die Situation für Betroffene im Kontakt mit Polizei und Justiz nach Vorfällen rechter Gewalt zu verbessern. Teilnehmen können Personen ab 18 Jahren, die vorurteilsmotivierte Gewalt erlebt haben und danach mit Polizei und/oder Justiz in Kontakt waren. Unter vorurteilsmotivierter Gewalt verstehen wir sowohl körperliche als auch verbale Angriffe, die auf menschenverachtenden Ideologien wie z.B. Rassismus, Antisemitismus, Sexismus oder auf Vorurteilen gegenüber Minderheiten beruhen.

Radiobeitrag: Hat der Justizvollzug ein Extremismus-Problem?

In Dresden stehen fünf JVA-Bedienstete vor Gericht, weil sie ausländische Gefangene aus rassistischen Motiven misshandelt haben sollen. Es ist nicht die einzige mutmaßlich rechte Gruppe, die im Gefängnis arbeitet. Sind es Einzelfälle oder gibt es ein strukturelles Problem?

Radiobeitrag auf Deutschlandfunk, in dem auch Kurswechsel - Distanzierungs- und Ausstiegsarbeit Rechts interviewt wird.

Veröffentlichung: Fokusheft „Verschwörungserzählungen“

Das neue Fokusheft „Verschwörungserzählungen – Herausforderungen für die Präventions- und Interventionsarbeit“ von Kurswechsel - Distanzierungs- und Ausstiegsarbeit Rechts bietet neben einem Überblick über Inhalt, Struktur und Interventionsmöglichkeiten von Verschwörungserzählungen neue Aspekte auf bislang eher unterbeleuchtete Themen des Phänomenbereichs: zum einen zu Zusammenhängen zwischen Verschwörungserzählungen und Gender, zum anderen zur Rolle von christlichem Glauben und Verschwörungsdenken. Zudem wird die Erprobung eines Zugangswegs in der Tertiärprävention dargestellt einschließlich eines Plädoyers, viel mehr Anspracheformate zu erproben und zu versuchen, in diese Filterblasen einzudringen, um auch hier Irritationsmomente zu setzen und ein Gesprächsangebot zu machen. Das Heft kann auch gern als Druck kostenfrei bestellt werden.

Fehlendes Zeugnisverweigerungsrecht in der Sozialen Arbeit

In diesem Jahr jährt sich ein denkwürdiges Urteil des Bundesverfassungsgerichtes (BVerfG) zum 50.Mal. In diesem wurde 1972 festgestellt, dass die Soziale Arbeit kein Zeugnisweigerungsrecht für sich geltend machen kann. Sozialarbeiter*innen müssen vor Gericht also prinzipiell über ihre Klient*innen aussagen, wenn sie vorgeladen werden – ein Zustand, der das notwendige Vertrauensverhältnis zwischen Sozialarbeiter*in und Klient*in erheblich belastet. Die zentralen Argumente waren bereits damals zu hinterfragen, halten heute einer Überprüfung aber gar nicht mehr Stand. Daher fordert ein Bündnis, dessen Mitglied wir sind, die Einführung eines Zeugnisverweigerungsrechts für Sozialarbeiter*innen, auch für die Distanzierungs- und Ausstiegsarbeit sowie eine entsprechende Reform des § 53 Abs. 1 StPO.

Lesen Sie hier die Stellungnahme inklusive Begründung unseres Dachverbands BAG „Ausstieg zum Einstieg“ e.V.

Start der Online-Beratung

Immer mehr Menschen beschreiten virtuelle Wege, auch um Beratungsangebote in Anspruch zu nehmen – dies nicht erst seit Corona, jedoch hat die Pandemie diese Entwicklung verstärkt und weiter vorangebracht. Gemeinsam im „Nordverbund Ausstieg Rechts“ haben wir daher eine Online-Beratung aufgebaut. So ist es nun möglich, über die Website https://www.nordverbund-ausstieg.de/online-beratung.html mit jedem Beratungsangebot in den norddeutschen Bundesländern datenschutzkonform und vor allem anonym in Kontakt zu treten.

„Misch mit!“-Broschüre – Erfahrungen und Konzepte des demokratiepädagogischen Unterrichts von Kick-off

Die Broschüre „Misch mit! Erfahrungen und Konzepte des demokratiepädagogischen Unterrichts von Kick-off“ ist ein Ergebnis der Erfahrungen aus unserem demokratiepädagogischen Unterricht. „Misch mit!“ findet im Rahmen des Projekts „Kick-off. Prävention und Deradikalisierung in Strafvollzug und Bewährungshilfe in Schleswig-Holstein“ statt, das KAST e.V. gemeinsam mit der Türkischen Gemeinde Schleswig-Holstein durchführt.

Seit Anfang 2018 konnten wir mit unserem Unterricht und unseren eigens entwickelten Konzepten Erfahrungen in der politischen Bildungsarbeit im Jugendstrafvollzug sammeln und diese weiterentwickeln. Im letzten Jahr haben wir uns entschlossen, diese Erfahrungen zu teilen und unsere Konzepte und Materialien anderen Akteur*innen zur Verfügung zu stellen. Sie finden in der Broschüre neben einer Einleitung zu den Hintergründen detaillierte Sitzungskonzepte zu 13 verschiedenen Themen sowie zugehörige Arbeitsmaterialien zum Download auf unseren Websites (https://provention.tgsh.de/angebote/politische-bildung/ und www.kast-sh.de/material/demokratiepaedagogik).

Neue Veröffentlichung: Biografien (extrem) rechter Aussteiger*innen und ihr Einsatz in pädagogischen Settings

Aktuell gibt es eine Vielzahl an Biografien von Aussteiger*innen aus der (extremen) Rechten, an denen ein anhaltend großes Interesse besteht. Weiterhin werden immer wieder Aussteiger*innen in der Bildungsarbeit eingesetzt. Beide Themen wurden in einem Service-Seminar des Nordverbunds Ausstieg Rechts an der Evangelischen Hochschule „Das Rauhe Haus“ einer kritischen Betrachtung unterzogen.

Der Werkstattbericht 2.0 gibt mit seinen Rezensionen einen Überblick über aktuelle Biografien verschiedener Formen (Bücher, Videos), er dokumentiert sinnvolle Leitfragen für die eigene Beschäftigung mit diesen und gibt Denkanstöße für den Umgang mit der gesamten Thematik.

Er kann gern bei uns als Buch bestellt werden oder ist als PDF verfügbar: Download.

Video: Der Nordverbund stellt sich vor

Was macht eigentlich der Nordverbund? Wie sieht unsere Arbeit aus und was sind die Inhalte unserer Distanzierungsarbeit? Unser neues Video beschreibt unseren Arbeitsalltag.

Stellungnahme: Anfragen zu Veranstaltungen mit Aussteiger*innen

Liebe Kolleg*innen,

da wir immer wieder Anfragen zu Veranstaltungen bekommen, bei denen Aussteiger*innen aus (extrem) rechten Szenekontexten Schulen, Jugendräume oder ähnliches besuchen möchten und wie unsere Position als professionelle Beratungsangebote dazu ist, möchten wir an dieser Stelle auf eine Untersuchung aus Schleswig-Holstein verweisen: https://www.nzkrim.de/fileadmin/nzk/Publikationen/2019_IB_schulbasierte_Praeventionsmassnahmen_Aussteiger_Gansewig_Walsh.pdf.

Von den in den norddeutschen Bundesländern tätigen Distanzierungs- und Ausstiegsangeboten werden keine Aussteiger*innen an Schulen und andere Institutionen vermittelt. Ergänzend zu der Studie sind hier einige Bedenken der Mitglieder des Nordverbundes aufgeführt.

Falls es den Bedarf gibt, sich mit der Biografie von Ausgestiegenen auseinanderzusetzen, ist die Biografie von Timo F., Neonazi (https://www.arena-verlag.de/artikel/neonazi-978-3-401-60294-3), zu empfehlen. Zu diesem Buch gibt es pädagogisches Begleitmaterial, welches der Nordverbund mit herausgegeben hat. Oftmals ist der Bedarf an Schulen oder Institutionen jedoch ein anderer, bei dem nach einem klärenden Gespräch etwa mit dem regionalen Ausstiegsangebot sinnvollere Alternativen zu einer Lesung oder einem Besuch von Aussteiger*innen gefunden werden können.

Bei Rückfragen können Sie sich gerne an uns wenden.

Der Text basiert, mit freundlicher Genehmigung, auf der Veröffentlichung des LPR Niedersachsen vom 11.03.2020.

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