Der Nordverbund Ausstieg Rechts ist das Netzwerk der zivil­gesellschaftlichen Distanzierungs- und Ausstiegsprogramme der norddeutschen Bundesländer (Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein). Wir arbeiten eng über Ländergrenzen hinweg zusammen und bieten die notwendige Vernetzung der Akteure im Sinne gelingender Ausstiege und Distanzierungs­prozesse aus extrem rechten Einstellungen und Zusammenhängen.

Über uns ...

Aktuelles

Umfrage zu Opfererfahrungen im Zusammenhang mit staatlichen Institutionen

Du hast nach einem rassistischen, antisemitischen oder sexistischen Angriff Kontakt mit der Polizei gehabt? Dann nimm an unserer Befragung teil! In einer wissenschaftlichen Studie untersuchen wir, wie Betroffene den Kontakt mit Polizei und Justiz nach vorurteilsmotivierter Gewalt erleben. Aus diesen Erfahrungen wollen wir lernen. Durch deine Teilnahme hilfst du, die Situation für Betroffene im Kontakt mit Polizei und Justiz nach Vorfällen rechter Gewalt zu verbessern. Teilnehmen können Personen ab 18 Jahren, die vorurteilsmotivierte Gewalt erlebt haben und danach mit Polizei und/oder Justiz in Kontakt waren. Unter vorurteilsmotivierter Gewalt verstehen wir sowohl körperliche als auch verbale Angriffe, die auf menschenverachtenden Ideologien wie z.B. Rassismus, Antisemitismus, Sexismus oder auf Vorurteilen gegenüber Minderheiten beruhen.

Authentisch, ehrlich, präventiv? „Wir brauchen einen Aussteiger!“ Zum Einsatz von Aussteiger*innen in der Bildungsarbeit

Veranstalterin: Amadeu Antonio-Stiftung, Enrico Glaser (Fachstelle Gender, GMF und Rechtsextremismus) moderiert, Gäste: Silke Gary (CJD Hamburg) und Ricarda Milke (Miteinander e.V. Halle (Saale))

Termin: 04.10.2022 von 19:00 - 21:00 Uhr

Ort: Online bei Zoom

„Hätten Sie einen Aussteiger für uns?“ Solche oder ähnliche Anfragen sind in der Bildungs- und Präventionsarbeit gegen Rechtsextremismus und Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit nicht unbekannt. Mehr noch, die Nachfrage nach authentischen, auskunftsfreudigen und präsentierbaren Aussteiger*innen scheint anhaltend hoch zu sein.

Pädagogik und Prävention setzen auf Aufklärung und persönliche Auseinandersetzung. Dazu werden zu Projekttagen in Schulen und Jugendclubs auch immer wieder Aussteiger*innen aus extrem rechten Szenen eingeladen, die darüber hinaus auch in Medien und Literatur präsent sind. Denn, so wird oft angenommen, wer könnte besser Eindruck hinterlassen und vor Gefahren warnen als (ehemalige) „Nazis“.

In der Veranstaltung wollen wir den Herausforderungen und Problemen nachgehen, die sich aus dem Einsatz von Aussteiger*innen in der Bildungsarbeit ergeben. Die Frage nach den damit verbundenen Erwartungen und Zielen der Beteiligten steht dabei am Anfang. Zu sprechen sein wird auch über konkrete Erfahrungen mit solchen Veranstaltungen. Mit Blick auf die Selbstrepräsentationen und Erzählinhalte der fast ausschließlich männlichen Aussteiger geraten dabei Geschlechteraspekte in den Fokus. Wir werden Grenzen und Gefahren des Einsatzes in der Bildungsarbeit diskutieren und vor allem die besondere Verantwortung gegenüber Betroffenen rechter Gewalt behandeln.

Nicht zuletzt wollen wir Einblick in Forschungen zu diesen Punkten geben und die Frage beantworten, ob solche Einsätze sinnvoll sind, wenn ja, unter welchen Voraussetzungen, und wenn nein, mit welchen Alternativen?

Anmeldelink in Kürze unter: Authentisch, ehrlich, präventiv? „Wir brauchen einen Aussteiger!“ Zum Einsatz von Aussteiger*innen in der Bildungsarbeit - Amadeu Antonio Stiftung (amadeu-antonio-stiftung.de)

Fernsehbeitrag: Antifeministen, rechte Männerbünde und die Krieger des Patriarchats

Im NRD-Format DAS! saß Tobias Ginsburg auf dem roten Sofa zum Thema seines Buchs „Die letzten Männer des Westens – Antifeministen, rechte Männerbünde und die Krieger des Patriarchats“. Gleich zwei Angebote des Nordverbunds geben ihre Expertise in kleinen Beiträgen: zum einen Kurswechsel zum Thema Verschwörungserzählungen, zum anderen Distance zum Thema Ausstieg aus rechten Zusammenhängen.

Schriftsteller und Theaterregisseur Tobias Ginsburg | NDR.de – Fernsehen – Sendungen A-Z – DAS!

Die rechtsextreme Szene im Kontext des Ukraine-Krieges

Das Kriegsgeschehen in der Ukraine hat tiefgreifende Auswirkungen für unsere Sicherheit, Wirtschaft und Gesellschaft. Für die Radikalisierungsprävention drängt sich die zentrale Frage auf, wie durch den Krieg extremistische und populistische Kräfte beeinflusst werden, sich möglicherweise neue Radikalisierungspotenziale herausbilden. Auf dem Symposium im August richteten wir den Blick auf die rechtsextreme Szene, ihren Erscheinungsformen und Entwicklungen im Kontext des Ukrainekrieges. Dazu wollen wir uns gemeinsam mit Fachleuten aus unterschiedlichen Perspektiven intensiv und angeregt austauschen.

Programm

Frauen und Rechtsextremismus: Aktuelle Einblicke zu Ideologien, Szeneaktivitäten und Tätertypen im europäischen Kontext

Der Bedeutung von Frauen innerhalb rechtsextremer Ideologien, aber auch als zentrale Akteurinnen in der Szene oft unzureichend Aufmerksamkeit geschenkt. Auch sind Frauen wesentlich öfter als Männer
persönlichen Angriffen oder Drohungen ausgesetzt. In dieser Veranstaltung haben wir uns aus unterschiedlichen Perspektiven gezielt der Rolle der Frau in rechtsextremen Ideologien, Szenen und militanten Strukturen im europäischen Kontext gewidmet. Dabei gingen wir der Frage nach, warum der Einstieg in den Rechtsextremismus vermehrt über frauenfeindliche und antifeministische Strömungen erfolgen kann. Welche Rolle spielt das Internet für das Erstarken dieser Szene? Wie wirken sich frauenfeindliche Motive bei rechtsextremen Tätern aus? Außerdem sind wir dem vermeintlichen Paradoxon nachgegangen, warum rechtsextreme Propagandaarbeit gerade über Influencerinnen so erfolgreich ist.

Landespräventionsrat Niedersachsen

Veranstaltungsreihe zu türkischem Ultranationalismus

Veranstalterin: perspek'tif:a - rechte Einstellungen in migrantischen Communities

Neben (extrem) rechten Organisationen und Einstellungen, strukturellem und Alltagsrassismus in der Mehrheitsgesellschaft gibt es (extrem) rechte Einstellungen und Bewegungen auch in (post-) migrantischen Communities in Deutschland. Das bekannteste Beispiel sind die sogenannten „Grauen Wölfe“, eine türkisch-nationalistische Gruppierung. Mit unserer Veranstaltungsreihe möchten wir auf dieses Phänomen aufmerksam machen und Ursachen sowie Handlungsmöglichkeiten diskutieren.

Datum: 31.08.2022 von 15.30 - 17.30 Uhr
Türkeibezogener Ultranationalismus und die Bedeutung von „Männlichkeit“ bei den Grauen Wölfen
Vortrag mit Prof. Emre Arslan

Datum: 14.09.2022 von 17.00 - 19.00 Uhr
Mythen und Parolen im türkischen Ultranationalismus. Hintergründe und Möglichkeiten des (pädagogischen) Umgangs
Vortrag mit Dr. Ismail Küpeli

Datum: 19.10.2022 von 16.00 - 18.00 Uhr
Inwieweit spielt der Rassismus der Mehrheitsgesellschaft (ultra-) nationalistischen Gruppen wie den Grauen Wölfen in die Hände?
Lesung mit Prof. Kemal Bozay

Ort: online bei Zoom

Anmeldeinformationen folgen in Kürze.

Desinformation und Propaganda

Veranstalterin: BAG Ausstieg zum Einstieg e.V.

Termin: 28.09.2022 von 10:00 - 16:00 Uhr

Ort: Hotel Hennies, Hannoversche Str. 40, 30916 Isernhagen

Nicht erst im Zuge der Corona-Pandemie erscheint es so, als ob Desinformation und Propaganda sich als immer akutere Herausforderungen für unsere Gesellschaft darstellen. Gerade für die extreme Rechte und ihrem ideologischen Versatzstück, dem Verschwörungsglauben, ist das Nutzen von Desinformation eine gezielte Strategie. Aber auch unabhängig vom intentionalen Gebrauch der Desinformation als Propaganda hat sich in den sozialen Medien längst eine Eigendynamik entwickelt, in der Information und Falschinformation immer schwerer zu trennen sind.

Bitte melden Sie sich unter anmeldung@bag-ausstieg.de bis zum 16.09.2022 für den Fachtag an und bitte beachten Sie, dass die Plätze begrenzt sind.

Fachtag #NoNazis – Rechte Radikalisierung im Netz

Das Smartphone, Soziale Medien, Klicks und Likes sind aus unserem Alltag und dem unserer Adressat*innen nicht mehr wegzudenken. Das Internet ermöglicht es, dass wir uns vernetzen, politisch engagieren und uns sogar empowern. Gleichzeitig nimmt die Gefahr rechter Einflussnahme beständig zu. Ziel des Fachtages u.a. von Prisma (CJD Hamburg) am 06.07.2022 war es, für den Sozialraum Internet als Ort rechter Radikalisierung zu sensibilisieren und die Gefahren für den demokratischen Zusammenhalt aufzuzeigen. Es ging aber auch darum, welche Möglichkeiten der pädagogischen Interventionen (on- und off-line) wir haben.

Radiobeitrag: Hat der Justizvollzug ein Extremismus-Problem?

In Dresden stehen fünf JVA-Bedienstete vor Gericht, weil sie ausländische Gefangene aus rassistischen Motiven misshandelt haben sollen. Es ist nicht die einzige mutmaßlich rechte Gruppe, die im Gefängnis arbeitet. Sind es Einzelfälle oder gibt es ein strukturelles Problem?

Radiobeitrag auf Deutschlandfunk, in dem auch Kurswechsel - Distanzierungs- und Ausstiegsarbeit Rechts interviewt wird.

Veröffentlichung: Fokusheft „Verschwörungserzählungen“

Das neue Fokusheft „Verschwörungserzählungen – Herausforderungen für die Präventions- und Interventionsarbeit“ von Kurswechsel - Distanzierungs- und Ausstiegsarbeit Rechts bietet neben einem Überblick über Inhalt, Struktur und Interventionsmöglichkeiten von Verschwörungserzählungen neue Aspekte auf bislang eher unterbeleuchtete Themen des Phänomenbereichs: zum einen zu Zusammenhängen zwischen Verschwörungserzählungen und Gender, zum anderen zur Rolle von christlichem Glauben und Verschwörungsdenken. Zudem wird die Erprobung eines Zugangswegs in der Tertiärprävention dargestellt einschließlich eines Plädoyers, viel mehr Anspracheformate zu erproben und zu versuchen, in diese Filterblasen einzudringen, um auch hier Irritationsmomente zu setzen und ein Gesprächsangebot zu machen. Das Heft kann auch gern als Druck kostenfrei bestellt werden.

Veranstaltungsreihe: Ökologie, alternative Milieus und die extreme Rechte – eine gefährliche Mischung

Nicht erst seit der Corona-Krise setzen sich Esoteriker:innen gegen Impfungen ein. Bestimmte alternative Milieus und Aktive im Umweltschutz teilen ideologische Schnittmengen mit extrem rechten Akteur:innen. Im Spannungsfeld zwischen Klimawandelleugnung und „Umweltschutz als Heimatschutz“ entstehen Parallelen, Widersprüche und Vereinnahmungsversuche gegenüber demok‚ratischen Akteur:innen der Umwelt- und Klimaschutzbewegung.

Die Veranstaltungsreihe des Demokratiezentrum Land Bremen wird diese Spannungsfelder näher betrachten: Der Journalist und ausgewiesene Rechtsextremismus-Experte Andreas Speit geht in seiner Lesung „Verqueres Denken“ (10.5.2022) auf gefährliche Weltbilder in alternativen Milieus ein. Zwei Onlineworkshops (23.5. und 1.6.2022)der Fachstelle Radikalisierungsprävention und Engagement im Naturschutz (FARN) geben einen tieferen Einblick in den Umweltschutz von rechts und zeigen solidarische Gegenperspektiven der Klimagerechtigkeit auf.

Fehlendes Zeugnisverweigerungsrecht in der Sozialen Arbeit

In diesem Jahr jährt sich ein denkwürdiges Urteil des Bundesverfassungsgerichtes (BVerfG) zum 50.Mal. In diesem wurde 1972 festgestellt, dass die Soziale Arbeit kein Zeugnisweigerungsrecht für sich geltend machen kann. Sozialarbeiter*innen müssen vor Gericht also prinzipiell über ihre Klient*innen aussagen, wenn sie vorgeladen werden – ein Zustand, der das notwendige Vertrauensverhältnis zwischen Sozialarbeiter*in und Klient*in erheblich belastet. Die zentralen Argumente waren bereits damals zu hinterfragen, halten heute einer Überprüfung aber gar nicht mehr Stand. Daher fordert ein Bündnis, dessen Mitglied wir sind, die Einführung eines Zeugnisverweigerungsrechts für Sozialarbeiter*innen, auch für die Distanzierungs- und Ausstiegsarbeit sowie eine entsprechende Reform des § 53 Abs. 1 StPO.

Lesen Sie hier die Stellungnahme inklusive Begründung unseres Dachverbands BAG „Ausstieg zum Einstieg“ e.V.

Digitaler Fachtag zum Thema "Einzeltäter*innen"

Der digitale Fachtag der BAG Ausstieg zum Einstieg am 04.11.2021 widmete sich dem Thema Ausstiegs- und Distanzierungsarbeit vor dem Hintergrund sich neuformierender Täter*innentypen rechter Gewalt. In der zivilgesellschaftlichen wie auch in der wissenschaftlichen Auseinandersetzung fordert dieser Befund von Praktiker*innen neue Ansätze und die Entwicklung einer passgenauen Strategie zum Umgang mit extrem rechten Handlungen und Einstellungen.

Fachtag: Kurs halten im Norden? Strategien gegen Rechtsextremismus in der Diskussion

Veranstalter: Verantwortung übernehmen im Norden
Ort: Online bei Zoom
Zeit: 05.11.2021 von 10:00 bis 15:00 Uhr

Der Kooperationsverbund „Verantwortung übernehmen im Norden“ wurde vor 20 Jahren ins Leben gerufen und setzt sich in Fachtagungen regelmäßig mit den Themen Rechtsextremismus und Demokratiestärkung auseinander. Der Verbund umfasst Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein, vertreten sind darin Landespräventionsräte, die Landes-Demokratiezentren bzw. Landeskoordinierungsstellen und der DGB Nord.

Am 05.11.2021 wurde in drei Impulsvorträgen  von Andreas Speit, Lan Böhm und Karolin Schwarz unterschiedliche Aspekte und Herausforderungen der Rechtsextremismusprävention beleuchtet. In acht parallel stattfindenden Austauschforen hatten die Teilnehmenden Gelegenheit, verschiedene Bereiche zu vertiefen und zu reflektieren. Der Nordverbund Ausstieg Rechts thematisierte im Forum Pädagogische Online-Praxis in der Distanzierungs- und Ausstiegszusammenarbeit Rechts neue Anspracheformen und pädagogischen Umgang mit (extrem) rechten Menschen. Im Abschlussvortrag zeigte Dr. Mark Terkessidis Perspektiven und Handlungsoptionen für die Weiterentwicklung der Rechtsextremismusprävention auf.

Start der Online-Beratung

Immer mehr Menschen beschreiten virtuelle Wege, auch um Beratungsangebote in Anspruch zu nehmen – dies nicht erst seit Corona, jedoch hat die Pandemie diese Entwicklung verstärkt und weiter vorangebracht. Gemeinsam im „Nordverbund Ausstieg Rechts“ haben wir daher eine Online-Beratung aufgebaut. So ist es nun möglich, über die Website https://www.nordverbund-ausstieg.de/online-beratung.html mit jedem Beratungsangebot in den norddeutschen Bundesländern datenschutzkonform und vor allem anonym in Kontakt zu treten.

„Misch mit!“-Broschüre – Erfahrungen und Konzepte des demokratiepädagogischen Unterrichts von Kick-off

Die Broschüre „Misch mit! Erfahrungen und Konzepte des demokratiepädagogischen Unterrichts von Kick-off“ ist ein Ergebnis der Erfahrungen aus unserem demokratiepädagogischen Unterricht. „Misch mit!“ findet im Rahmen des Projekts „Kick-off. Prävention und Deradikalisierung in Strafvollzug und Bewährungshilfe in Schleswig-Holstein“ statt, das KAST e.V. gemeinsam mit der Türkischen Gemeinde Schleswig-Holstein durchführt.

Seit Anfang 2018 konnten wir mit unserem Unterricht und unseren eigens entwickelten Konzepten Erfahrungen in der politischen Bildungsarbeit im Jugendstrafvollzug sammeln und diese weiterentwickeln. Im letzten Jahr haben wir uns entschlossen, diese Erfahrungen zu teilen und unsere Konzepte und Materialien anderen Akteur*innen zur Verfügung zu stellen. Sie finden in der Broschüre neben einer Einleitung zu den Hintergründen detaillierte Sitzungskonzepte zu 13 verschiedenen Themen sowie zugehörige Arbeitsmaterialien zum Download auf unseren Websites (https://provention.tgsh.de/angebote/politische-bildung/ und www.kast-sh.de/material/demokratiepaedagogik).

Neue Veröffentlichung: Biografien (extrem) rechter Aussteiger*innen und ihr Einsatz in pädagogischen Settings

Aktuell gibt es eine Vielzahl an Biografien von Aussteiger*innen aus der (extremen) Rechten, an denen ein anhaltend großes Interesse besteht. Weiterhin werden immer wieder Aussteiger*innen in der Bildungsarbeit eingesetzt. Beide Themen wurden in einem Service-Seminar des Nordverbunds Ausstieg Rechts an der Evangelischen Hochschule „Das Rauhe Haus“ einer kritischen Betrachtung unterzogen.

Der Werkstattbericht 2.0 gibt mit seinen Rezensionen einen Überblick über aktuelle Biografien verschiedener Formen (Bücher, Videos), er dokumentiert sinnvolle Leitfragen für die eigene Beschäftigung mit diesen und gibt Denkanstöße für den Umgang mit der gesamten Thematik.

Er kann gern bei uns als Buch bestellt werden oder ist als PDF verfügbar: Download.

Online-Fachtag des Nordverbunds: "Signal geben! Über den pädagogischen Umgang mit (extrem) rechten Personen. Einblicke in die Praxis"

In der Keynote referierte Prof. Dr. Esther Lehnert am 01.12.2020 zum sehr aktuellen Themenkomplex „Soziale Arbeit in Zeiten des Rechtsrucks – Zuspitzung und Radikalisierung durch die Corona-Pandemie“ referieren und anschließend darüber ins Gespräch kommen.

Der Nordverbund gab einen ausgewählten Einblick in die Praxis seiner Mitglieder und gleichzeitig Tipps zum eigenen pädagogischen Umgang mit (extrem) rechten Menschen. Dabei wurde sich auf drei inhaltliche Schwerpunkte konzentriert:

  • KAST aus SH thematisierte die pädagogische Herausforderung der Arbeit in Zwangskontexten
  • JUMP aus MV stellte den Ansatz der Biografie-Arbeit vor
  • KURSWECHSEL aus HH beleuchtete das Feld des Umgangs mit Menschen, die einem Verschwörungsglauben anhängen

Video: Der Nordverbund stellt sich vor

Was macht eigentlich der Nordverbund? Wie sieht unsere Arbeit aus und was sind die Inhalte unserer Distanzierungsarbeit? Unser neues Video beschreibt unseren Arbeitsalltag.

Stellungnahme: Anfragen zu Veranstaltungen mit Aussteiger*innen

Liebe Kolleg*innen,

da wir immer wieder Anfragen zu Veranstaltungen bekommen, bei denen Aussteiger*innen aus (extrem) rechten Szenekontexten Schulen, Jugendräume oder ähnliches besuchen möchten und wie unsere Position als professionelle Beratungsangebote dazu ist, möchten wir an dieser Stelle auf eine Untersuchung aus Schleswig-Holstein verweisen: https://www.nzkrim.de/fileadmin/nzk/Publikationen/2019_IB_schulbasierte_Praeventionsmassnahmen_Aussteiger_Gansewig_Walsh.pdf.

Von den in den norddeutschen Bundesländern tätigen Distanzierungs- und Ausstiegsangeboten werden keine Aussteiger*innen an Schulen und andere Institutionen vermittelt. Ergänzend zu der Studie sind hier einige Bedenken der Mitglieder des Nordverbundes aufgeführt.

Falls es den Bedarf gibt, sich mit der Biografie von Ausgestiegenen auseinanderzusetzen, ist die Biografie von Timo F., Neonazi (https://www.arena-verlag.de/artikel/neonazi-978-3-401-60294-3), zu empfehlen. Zu diesem Buch gibt es pädagogisches Begleitmaterial, welches der Nordverbund mit herausgegeben hat. Oftmals ist der Bedarf an Schulen oder Institutionen jedoch ein anderer, bei dem nach einem klärenden Gespräch etwa mit dem regionalen Ausstiegsangebot sinnvollere Alternativen zu einer Lesung oder einem Besuch von Aussteiger*innen gefunden werden können.

Bei Rückfragen können Sie sich gerne an uns wenden.

Der Text basiert, mit freundlicher Genehmigung, auf der Veröffentlichung des LPR Niedersachsen vom 11.03.2020.

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