Der Nordverbund Ausstieg Rechts ist das Netzwerk der zivil­gesellschaftlichen Distanzierungs- und Ausstiegsprogramme der norddeutschen Bundesländer (Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein). Wir arbeiten eng über Ländergrenzen hinweg zusammen und bieten die notwendige Vernetzung der Akteure im Sinne gelingender Ausstiege und Distanzierungs­prozesse aus extrem rechten Einstellungen und Zusammenhängen.

Über uns ...

Aktuelles

Neues Video: Der Nordverbund stellt sich vor

Was macht eigentlich der Nordverbund? Wie sieht unsere Arbeit aus und was sind die Inhalte unserer Distanzierungsarbeit? Unser neues Video beschreibt unseren Arbeitsalltag.

Erreichbarkeit

Wir sind weiterhin auch in diesen Zeit für Sie über alle Zugangswege erreichbar. Kontaktieren Sie uns gern, wir besprechen dann Ihren Bedarf und finden eine Lösung.

Sie erreichen uns unter:

CJD Hamburg
Glockengießerwall 3
20095 Hamburg
Tel. (040) 2 11 11 81-26
koordination@nordverbund-ausstieg.de

Stellungnahme: Anfragen zu Veranstaltungen mit Aussteiger*innen

Liebe Kolleg*innen,

da wir immer wieder Anfragen zu Veranstaltungen bekommen, bei denen Aussteiger*innen aus (extrem) rechten Szenekontexten Schulen, Jugendräume oder ähnliches besuchen möchten und wie unsere Position als professionelle Beratungsangebote dazu ist, möchten wir an dieser Stelle auf eine Untersuchung aus Schleswig-Holstein verweisen: https://www.nzkrim.de/fileadmin/nzk/Publikationen/2019_IB_schulbasierte_Praeventionsmassnahmen_Aussteiger_Gansewig_Walsh.pdf.

Von den in den norddeutschen Bundesländern tätigen Distanzierungs- und Ausstiegsangeboten werden keine Aussteiger*innen an Schulen und andere Institutionen vermittelt. Ergänzend zu der Studie sind hier einige Bedenken der Mitglieder des Nordverbundes aufgeführt:

  • Der Einsatz von Aussteiger*innen birgt grundsätzlich das Risiko, dass der Sensationseffekt, der von den biographischen Berichten ausgestiegener (extrem) Rechter auszugehen vermag, beabsichtigte Präventionseffekte überstahlt.
  • Ein positiver Effekt für die Prävention ist durch den Einsatz von Aussteiger*innen bis dato nicht erbracht. Dem gegenüber steht das Risiko, dass ein*e eventuell eloquente*r und charismatische*r Aussteiger*in für eine Schülerin oder einen Schüler, die oder der sich auf der Schwelle zum Einstieg in die (extrem) rechte  Ideologie befindet, ein negatives Vorbild darstellt, das vermittelt, man könne sich in die Szene begeben, dort engagieren und sich im Falle des Nichtgefallens wieder von der Szene abwenden und sich in der Folge über den Einsatz in der Prävention Quellen u. a. für Selbstwert, Anerkennung und Aufmerksamkeit erschließen.
  • Darüber hinaus ist es möglich, dass sich in einer Klasse, in der ein*e Aussteiger*in zum Einsatz kommt, Opfer oder Betroffene (extrem) rechter Praktiken befinden. Der Auftritt könnte unter diesen Voraussetzungen negative Effekte für die betroffenen Schülerinnen und Schüler zeigen.
  • Ferner beschränkt sich die Expertise von Aussteiger*innen in der Regel auf die eigene Biographie und deren Verwobenheit mit der (extrem) rechts orientierten Szene; das beinhaltet das Zeitfenster, in dem sie in szenische Kontexte involviert waren, die Zusammenhänge, denen sie angehörten und die Interpretation der (extrem) rechten Ideologie resp. Neonationalsozialismus, der zu Zeiten der Szenezugehörigkeit in dem lokalen oder regionalen Kontext, in dem das Engagement stattgefunden hat, en vogue waren. Allgemeine Aussagen sind vor diesem Hintergrund nur schwer zu treffen.
  • Darüber hinaus sind Aussteiger*innen auch immer nur Expert*innen für die eigene Ausstiegsgeschichte. Da Ausstiege aber ebenso individuell wie Einstiege sind, sind Verallgemeinerungen auch vor diesem Hintergrund nur schwer zu treffen.

Auch eine finanzielle Förderung für Personen, die in ihrer Vergangenheit teils schwerste Gewalttätigkeiten begangen haben und nun mit dem Erzählen darüber ihren Lebensunterhalt verdienen, kommt für uns nicht in Frage. Daher würden wir solche Veranstaltungen grundsätzlich nicht unterstützen. Falls es den Bedarf gibt, sich mit der Biografie von Ausgestiegenen auseinanderzusetzen, ist die Biografie von Timo F., Neonazi (https://www.arena-verlag.de/artikel/neonazi-978-3-401-60294-3), zu empfehlen. Zu diesem Buch gibt es pädagogisches Begleitmaterial, welches der Nordverbund mit herausgegeben hat. Oftmals ist der Bedarf an Schulen oder Institutionen jedoch ein anderer, bei dem nach einem klärenden Gespräch etwa mit dem regionalen Ausstiegsangebot sinnvollere Alternativen zu einer Lesung oder einem Besuch von Aussteiger*innen gefunden werden können.

Bei Rückfragen können Sie sich gerne an uns wenden.

Nordverbund Ausstieg Rechts, März 2020

www.nordverbund-ausstieg.de
info@nordverbund-ausstieg.de

Der Text basiert, mit freundlicher Genehmigung, auf der Veröffentlichung des LPR Niedersachsen vom 11.03.2020.

Hier finden Sie den obigen Text als PDF - bei Interesse bitte gern weiterleiten.

Veranstaltung in Bremerhaven: Singen, Grölen - Volksgemeinschaft: Zur Situation und Bedeutung von Musik als Propagandamittel in der rechten Szene

Veranstalter: reset - Beratung und Begleitung bei der Loslösung von Rechtsextremismus im Land Bremen & pro aktiv gegen rechts (beide in Trägerschaft des VAJA e.V.)
Ort: Volkshochschule Bremerhaven, Lloydstr. 15, 27568 Bremerhaven
Zeit: 20.11.2019 um 18 Uhr

Als Teil der „Erlebniswelt Rechtsextremismus“ übernimmt Musik eine entscheidende Funktion in der Rekrutierung und Ideologisierung (junger) Menschen. Sie gilt als wichtiges Propagandamittel der extremen Rechten: Durch ihre Texte werden Hass und Menschenfeindlichkeit vermittelt und (junge) Hörer*innen im Sinne rechtsextremer Überzeugungen politisiert. Während eines Distanzierungsprozesses ist daher die Reflexion von Textinhalten sowie die persönliche Bedeutsamkeit bestimmter Szenebands und -musiker*innen fester Bestandteil der Auseinandersetzung mit der (ehemaligen) Faszination. Mittlerweile findet fast jede Musikrichtung eine musikalische Entsprechung im rechten Spektrum und eine der erfolgreichsten Bands des deutschen Rechtsrock ist die Bremer Band ‚Kategorie C‘. Zudem nehmen Verkauf und Handel von CDs, Downloads und Merchandise-Artikeln eine wichtige Rolle für die Finanzierung rechter Strukturen ein.

Im Vortrag werden lokale Strukturen und Akteure sowie Entwicklungen im Feld rechter Musik beleuchtet. Außerdem werden die unterschiedlichen Bedeutungen rechter Musik im Einstiegsprozess thematisiert und über den emotionalen und sozialen Wert von Musik während des Distanzierungsprozesses gesprochen.

Veranstaltung in Hamburg: DIE QUADRATUR DES KREISES? PÄDAGOGISCHE HERAUSFORDERUNG „NEUE RECHTE“

Veranstalter: dekonstrukt in Kooperation mit dem Diakonischen Werk Hamburg Fachbereich Migration, Flucht und interkulturelle Arbeit im Rahmen der Veranstaltungsreihe des Beratungsnetzwerks gegen Rechtsextremismus
Ort: DOROTHEE-SÖLLE-HAUS (DSH) · KÖNIGSTRASSE 54 · 22767 HAMBURG
Zeit: 28.11.2019 · 10.00 – 17.00 UHR

FACHTAG:
Im Zuge des gesellschaftlichen Rechtsrucks der letzten Jahre sind Strukturen, die der sogenannten „ Neuen Rechten“ zuzuordnen sind, offensiver aufgetreten und verstärkt in der „Mitte der Gesellschaft“ wahrzunehmen. Vor allem jugendkulturell auftretende Gruppierungen wie die „Identitäre Bewegung“ bilden eine Scharnierfunktion zwischen den verschiedenen Teilen der (extremen) Rechten wie Burschenschaften, völkische Gruppierungen, rechtspopulistische Parteien und Neonazis. Diese versuchen vor allem über Social Media Jugendliche und junge Erwachsene für etwa rassistische, völkische und sexistische Denkweisen und Aktionsformate zu gewinnen. Somit stellt sich für das Feld der Sozialen Arbeit und der politischen Bildung eine aktuelle Herausforderung dar, der gemeinsam begegnet werden muss – dieser Fachtag möchte einen Beitrag dazu leisten.

Mit Beiträgen u. a. von: Fabian Jellonnek / Pit Reinesch, Caro Keller / Jonas Sprengler, Juliane Lang, Dr. Johanna Sigl, Dr. Volker Weiß.

Ausführliche Einladung folgt und kann zeitnah auf www.dekonstrukt.org eingesehen werden.
Anmeldungen nehmen wir bereits jetzt entgegen unter: info@dekonstrukt.org

Veranstaltung in Bremen: Ausstieg aus dem Rechtsextremismus - Einblick in die Distanzierungshilfe

Veranstalter: Junges Theater Bremen im Rahmen des Begleitprogramms zu „Aus dem Nichts“ für Schulen in Kooperation mit reset - Beratung und Begleitung bei der Loslösung von Rechtsextremismus im Land Bremen (Vaja e.V.) & Konrad Adenauer-Stiftung
Ort: Brauhauskeller, St. Pauli Passage, 28203 Bremen
Zeit: 12. März 2019, 19 Uhr

„Es ist so anstrengend zu hassen.“ Dieses Zitat eines Aussteigenden aus der rechten Szene deutet bereits an, dass es bei einem Ausstieg um mehr geht als „einfach aufzuhören“.

Die extrem Rechte ist keine einheitliche Gruppe. Sie besteht aus Individuen, die aus unterschiedlichen Gründen den Entschluss fassen, sich entsprechenden Strukturen anzuschließen. In dieser Veranstaltung möchten wir einen genaueren Blick auf die Beweggründe dieser (jungen) Menschen werfen und der Frage nachgehen, wie es möglich ist, sich wieder von dieser Zugehörigkeit zu distanzieren, welche alternativen Chancen es überhaupt nach einem Ausstieg gibt und mit welchen Herausforderungen sowohl Ausstiegshilfen als auch Aussteiger*innen umgehen müssen. Anhand unterschiedlicher Aussteiger*innen-Biografien, die von einem Schauspieler gelesen werden, und den praktischen Erfahrungen von zwei Mitarbeiter*innen von reset (Beratung und Begleitung bei der Loslösung vom Rechtsextremismus im Land Bremen) werden Einstiegs- und Distanzierungswege nachgezeichnet. Aufkommende Fragen werden diskutiert und Handlungsmöglichkeiten zur Einstiegsprävention thematisiert.

Veranstaltung in Hamburg: Rechts(extremismus) – gibt’s bei uns nicht!? Gestaltung von Jugendarbeit im Kontext von Ablehnungshaltungen  

Veranstalter: Kurswechsel - Ausstiegsarbeit Rechts in Kooperation mit basis&woge e.V. / KIDS
Ort: KIDS, Lange Reihe 24, 20099 Hamburg
Zeit: 20. November 2018, 17:00 - 19:00 Uhr

„Wir haben ja so viele Jugendliche mit Migrationshintergrund!“ „Rechtsextremismus, nee so schlimm ist es nicht!“ Wie „schlimm" ist es denn? Diskriminierende Äußerungen und pauschalisierende Abwertungen anderer stellen ein respektvolles Miteinander infrage. Aktuell zeigt sich dies an Debatten über Flucht und Migration, Gleichberechtigung, ... Welche Antworten findet Jugendarbeit darauf? Wenn Jugendliche abwertende Sprüche machen oder ablehnende Verhaltensweisen zeigen, ist auch sie herausgefordert, darauf adäquat zu reagieren. Aber wie können solche Äußerungen und Handlungen eingeordnet werden – wie schwerwiegend sind sie, wo sollten die Alarmglocken schrillen? Wie kommen derartige Haltungen biographisch zustande? Und wie können darauf reagierende Angebote gestaltet werden?

Ein Fachgespräch von „Kurswechsel – Ausstiegsarbeit Rechts“ mit Dr. Nils Schuhmacher, Universität Hamburg, Mitglied der Projektgruppe „Mit Rückgrat gegen Pauschalisierende Ablehnungskonstruktionen!“

Veranstaltung in Hamburg: Feminismus von rechts? Neue rechte Politiken zwischen der Forderung nach Frauenrechten und offenem Antifeminismus

Veranstalter: Dekonstrukt - Päda­gogische Hand­lungs­möglich­keiten, Zugänge und Dis­tanz­ierungs­arbeit im Feld der "Neuen Rechten" in Kooperation mitpro:fem e.V. - Verbund der Hamburger Frauen- und Mädcheneinrichtungen
Ort: FLAKS e.V. - Zentrum für Frauen in Altona, Alsenstraße 33, 22769 Hamburg
Zeit: 15. November 2018, 19.30 - 21:30 Uhr

Das Bild vom fremden Triebtäter, die Angst vor dem Verlust „wehrhafter Männer“, Sorgen um den „Volkstod“ aufgrund eines angeblichen „Geburtenschwunds“: Themen und Kampagnen neuer rechter Gruppen der letzten Jahre verhandeln neben einer rassistischen Ausgrenzungspolitik häufig auch Vorstellungen rund um Geschlecht und Geschlechterverhältnissen. Anhand der widersprüchlichen Besetzung der Themen „Frauenrechte“ und „Feminismus/ Antifeminismus“ durch diese sollen neue Entwicklungen im Spektrum zwischen „Pegida“ und der mittlerweile im Bundestag vertretenen Partei „Alternative für Deutschland“, von der Initiative „Ein Prozent für unser Land“ bis zur „Identitären Bewegung“ nachgezeichnet werden. Dabei sollen pädagogisch Tätige darin bestärkt und unterstützt werden, neue rechte Erzählungen zu erkennen und adäquat reagieren zu können.

Mit JULIANE LANG, die ihre Expertise zum obigen Thema vorstellt, die sie im Auftrag des Modellprojektes Dekonstrukt erstellt hat.

Veranstaltung in Bremerhaven: Synergien rechts außen!? Wie sich Rechtsextremisten, Rechtspopulisten und Wutbürger gegenseitig den Ball zuspielen

Veranstalter: pro aktiv gegen rechts und reset in Kooperation mit der Volkshochschule Bremerhaven
Ort: VHS Bremerhaven, Lloydstr. 15,  27568 Bremerhaven
Zeit: 7. November 2018, 18.30 - 20.00 Uhr

In den letzten Jahren hat die Bedeutung der so genannten „Neuen Rechten“ und des Rechtspopulismus stark zugenommen. Von Götz Kubitschek, „Ein Prozent für Deutschland“ über die so genannte „Identitäre Bewegung“, PEGIDA bis hin zu „Merkel muss weg“- Demos kommt ein Spektrum zusammen, das es geschafft hat, ihre rassistischen, antisemitischen und menschenverachtenden Inhalte bei großen Teilen der Gesellschaft anschlussfähig zu machen. Es werden bewusst Ängste bedient, Ressentiments befeuert und vermeintlich einfache Lösungen für komplexe gesellschaftliche Probleme präsentiert. Egal ob auf der Straße, im Sportverein, in der Schule oder den Parlamenten, überall scheinen sich ihre Positionen großer Beliebtheit zu erfreuen und werden wieder offen und selbstbewusst vertreten.

Im Vortrag soll es darum gehen, Schnittmengen der verschiedenen Akteur*innen aufzuzeigen und zu erklären, warum gerade diese Inhalte auch in der sogenannten „Mitte der Gesellschaft“ auf Zustimmung stoßen. Im zweiten Teil wollen wir die Erfahrungen der Teilnehmenden miteinbeziehen und u.a. den Fragen nachgehen, was wir diesem Trend entgegensetzen können und wie die Menschen, die nicht in das klassische Bild des desintegrierten und gewaltsuchenden Neonazis passen, von Präventions- und Interventionsangeboten erreicht werden können.

Veranstaltung in Hamburg: Die Quadratur des Kreises - Neurechte Gruppierungen als Adressat_innen für die Soziale Arbeit und die politische Bildungsarbeit

25.10.2018 / Schulmuseum / 19.00 Uhr
Mit Dr. Johanna Sigl und Andreas Speit

Neurechte Gruppierungen – wie etwa die „Identitäre Bewegung“ – setzen auf jugendkulturelle Erscheinungs- und Mobilisierungsformen. Inhaltlich sind sie eindeutig extrem rechts, verschleiern aber bewusst ihre Ungleichwertigkeitsvorstellungen durch vermeintlich modernes Auftreten und den geschickten Einsatz von Multimedia. Wie oder ob es überhaupt möglich sein kann, mit Menschen pädagogisch zu arbeiten, die selber gar kein Interesse an einer Veränderung ihrer Person haben bzw. sich nicht durch bisherige pädagogische Angebote angesprochen fühlen, soll diskutiert werden.
Welche Zugänge sind denkbar? Wie können Menschen erreicht werden, die nicht in das klassische Bild des desintegrierten und gewaltsuchenden Neonazis passen, sondern sich selber als "Elite" und "Speerspitze" einer rechten Bewegung sehen?"

Eine Veranstaltung von Dekonstrukt – Päda­gogische Hand­lungs­möglich­keiten, Zugänge und Dis­tanz­ierungs­arbeit im Feld der „Neuen Rechten“, einem Projekt des CJD Nord Glockengießerwall 3,20095 Hamburg. In Kooperation mit dem Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung (LI) Abteilung Fortbildung Felix-Dahn-Str. 3, 20357 Hamburg.

Veranstaltung in Bremen: Ausgestiegen aus der rechtsextremen Szene. Hat jede*r eine zweite Chance verdient?

23.10.2018 / Kukoon – Kulturkombinat offene Neustadt; Buntentorsteinweg 29, Bremen /19:00 – 20:30 Uhr (Einlass 18:30 Uhr)
Mit Dr. phil. Christian Pfeil

Ein gelungener Ausstieg aus rechtsextremen Szenezusammenhängen beinhaltet neben dem Verzicht auf Gewalt, der kritischen Auseinandersetzung mit der menschenverachtenden Einstellung sowie der biografischen Aufarbeitung auch einen Wiedereinstieg in die Gesellschaft. Die damit verbundenen Herausforderungen für (potentielle) Aussteiger*innen, für die Ausstiegshilfe und die Zivilgesellschaft wollen wir mit Ihnen und unserem Gast Dr. phil. Christian Pfeil (Carl von Ossietzky Universität Oldenburg; Arbeitsstelle Rassismus, Fundamentalismus, Gewalt) gemeinsam diskutieren.

Die Loslösung von rechten Szenezusammenhängen bedeutet oftmals den bisherigen Freundeskreis zu verlassen, Kontakte abzubrechen, die Freizeit neu zu organisieren und sich persönlichen Problemlagen zu stellen. Parallel ist der Distanzierungsprozess verbunden mit einem Aufbau von alternativen sozialen Netzwerken und oftmals einer beruflichen Neueinbindung. Denn nur durch eine gute Re-Integration kann das Risiko einer erneuten Szenehinwendung minimiert werden. Doch häufig stoßen Ausgestiegene aufgrund ihrer Vergangenheit auf Ablehnung und begegnen etwa Problemen bei der Suche nach einem Arbeitsplatz oder beim Aufbau eines außerszenischen Umfeldes. Dabei müssten eigentlich positive Anreize und Zukunftsperspektiven geboten werden, um Zweifler*innen zu ermutigen, sich überhaupt an eine Ausstiegshilfe zu wenden.

Wir möchten sowohl wissenschaftlich als auch praxisnah den Fragen nachgehen, wie Ausstiegs- und Distanzierungsprozesse ablaufen, welche Kriterien erfüllt werden müssen, um die Abkehr von der rechten Szene glaubhaft zu machen und welche Rolle das soziale Umfeld dabei spielt.

Eine Veranstaltung von reset – Beratung und Begleitung bei der Loslösung vom Rechtsextremismus im Land Bremen in Trägerschaft des VAJA e.V.; Hinter der Mauer 9, 28195 Bremen. In Kooperation mit Dr. phil. Christian Pfeil, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg; Arbeitsstelle Rassismus, Fundamentalismus, Gewalt: Analyse, Prävention, Forschung und Beratung für pädagogische Arbeitsfelder (ARFG).

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