Der Nordverbund Ausstieg Rechts ist das Netzwerk der zivil­gesellschaftlichen Distanzierungs- und Ausstiegsprogramme der norddeutschen Bundesländer (Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein). Wir arbeiten eng über Ländergrenzen hinweg zusammen und bieten die notwendige Vernetzung der Akteure im Sinne gelingender Ausstiege und Distanzierungs­prozesse aus rechtsextremen Einstellungen und Zusammenhängen.

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Aktuelles

Veranstaltung in Bremerhaven: Synergien rechts außen!? Wie sich Rechtsextremisten, Rechtspopulisten und Wutbürger gegenseitig den Ball zuspielen

Veranstalter: pro aktiv gegen rechts und reset in Kooperation mit der Volkshochschule Bremerhaven
Ort: VHS Bremerhaven, Lloydstr. 15,  27568 Bremerhaven
Zeit: 7. November 2018, 18.30 - 20.00 Uhr

In den letzten Jahren hat die Bedeutung der so genannten „Neuen Rechten“ und des Rechtspopulismus stark zugenommen. Von Götz Kubitschek, „Ein Prozent für Deutschland“ über die so genannte „Identitäre Bewegung“, PEGIDA bis hin zu „Merkel muss weg“- Demos kommt ein Spektrum zusammen, das es geschafft hat, ihre rassistischen, antisemitischen und menschenverachtenden Inhalte bei großen Teilen der Gesellschaft anschlussfähig zu machen. Es werden bewusst Ängste bedient, Ressentiments befeuert und vermeintlich einfache Lösungen für komplexe gesellschaftliche Probleme präsentiert. Egal ob auf der Straße, im Sportverein, in der Schule oder den Parlamenten, überall scheinen sich ihre Positionen großer Beliebtheit zu erfreuen und werden wieder offen und selbstbewusst vertreten.

Im Vortrag soll es darum gehen, Schnittmengen der verschiedenen Akteur*innen aufzuzeigen und zu erklären, warum gerade diese Inhalte auch in der sogenannten „Mitte der Gesellschaft“ auf Zustimmung stoßen. Im zweiten Teil wollen wir die Erfahrungen der Teilnehmenden miteinbeziehen und u.a. den Fragen nachgehen, was wir diesem Trend entgegensetzen können und wie die Menschen, die nicht in das klassische Bild des desintegrierten und gewaltsuchenden Neonazis passen, von Präventions- und Interventionsangeboten erreicht werden können.

Veranstaltung in Hamburg: Feminismus von rechts? Neue rechte Politiken zwischen der Forderung nach Frauenrechten und offenem Antifeminismus

Veranstalter: Dekonstrukt - Päda­gogische Hand­lungs­möglich­keiten, Zugänge und Dis­tanz­ierungs­arbeit im Feld der "Neuen Rechten" in Kooperation mitpro:fem e.V. - Verbund der Hamburger Frauen- und Mädcheneinrichtungen
Ort: FLAKS e.V. - Zentrum für Frauen in Altona, Alsenstraße 33, 22769 Hamburg
Zeit: 15. November 2018, 19.30 - 21:30 Uhr

Das Bild vom fremden Triebtäter, die Angst vor dem Verlust „wehrhafter Männer“, Sorgen um den „Volkstod“ aufgrund eines angeblichen „Geburtenschwunds“: Themen und Kampagnen neuer rechter Gruppen der letzten Jahre verhandeln neben einer rassistischen Ausgrenzungspolitik häufig auch Vorstellungen rund um Geschlecht und Geschlechterverhältnissen. Anhand der widersprüchlichen Besetzung der Themen „Frauenrechte“ und „Feminismus/ Antifeminismus“ durch diese sollen neue Entwicklungen im Spektrum zwischen „Pegida“ und der mittlerweile im Bundestag vertretenen Partei „Alternative für Deutschland“, von der Initiative „Ein Prozent für unser Land“ bis zur „Identitären Bewegung“ nachgezeichnet werden. Dabei sollen pädagogisch Tätige darin bestärkt und unterstützt werden, neue rechte Erzählungen zu erkennen und adäquat reagieren zu können.

Mit JULIANE LANG, die ihre Expertise zum obigen Thema vorstellt, die sie im Auftrag des Modellprojektes Dekonstrukt erstellt hat.

Veranstaltung in Hamburg: Rechts(extremismus) – gibt’s bei uns nicht!? Gestaltung von Jugendarbeit im Kontext von Ablehnungshaltungen  

Veranstalter: Kurswechsel - Ausstiegsarbeit Rechts in Kooperation mit basis&woge e.V. / KIDS
Ort: KIDS, Lange Reihe 24, 20099 Hamburg
Zeit: 20. November 2018, 17:00 - 19:00 Uhr

„Wir haben ja so viele Jugendliche mit Migrationshintergrund!“ „Rechtsextremismus, nee so schlimm ist es nicht!“ Wie „schlimm" ist es denn? Diskriminierende Äußerungen und pauschalisierende Abwertungen anderer stellen ein respektvolles Miteinander infrage. Aktuell zeigt sich dies an Debatten über Flucht und Migration, Gleichberechtigung, ... Welche Antworten findet Jugendarbeit darauf? Wenn Jugendliche abwertende Sprüche machen oder ablehnende Verhaltensweisen zeigen, ist auch sie herausgefordert, darauf adäquat zu reagieren. Aber wie können solche Äußerungen und Handlungen eingeordnet werden – wie schwerwiegend sind sie, wo sollten die Alarmglocken schrillen? Wie kommen derartige Haltungen biographisch zustande? Und wie können darauf reagierende Angebote gestaltet werden?  

Ein Fachgespräch von „Kurswechsel – Ausstiegsarbeit Rechts“ mit Dr. Nils Schuhmacher, Universität Hamburg, Mitglied der Projektgruppe „Mit Rückgrat gegen Pauschalisierende Ablehnungskonstruktionen!“

Veranstaltung in Hamburg: Die Quadratur des Kreises - Neurechte Gruppierungen als Adressat_innen für die Soziale Arbeit und die politische Bildungsarbeit

25.10.2018 / Schulmuseum / 19.00 Uhr
Mit Dr. Johanna Sigl und Andreas Speit

Neurechte Gruppierungen – wie etwa die „Identitäre Bewegung“ – setzen auf jugendkulturelle Erscheinungs- und Mobilisierungsformen. Inhaltlich sind sie eindeutig extrem rechts, verschleiern aber bewusst ihre Ungleichwertigkeitsvorstellungen durch vermeintlich modernes Auftreten und den geschickten Einsatz von Multimedia. Wie oder ob es überhaupt möglich sein kann, mit Menschen pädagogisch zu arbeiten, die selber gar kein Interesse an einer Veränderung ihrer Person haben bzw. sich nicht durch bisherige pädagogische Angebote angesprochen fühlen, soll diskutiert werden.
Welche Zugänge sind denkbar? Wie können Menschen erreicht werden, die nicht in das klassische Bild des desintegrierten und gewaltsuchenden Neonazis passen, sondern sich selber als "Elite" und "Speerspitze" einer rechten Bewegung sehen?"

Eine Veranstaltung von Dekonstrukt – Päda­gogische Hand­lungs­möglich­keiten, Zugänge und Dis­tanz­ierungs­arbeit im Feld der „Neuen Rechten“, einem Projekt des CJD Nord Glockengießerwall 3,20095 Hamburg. In Kooperation mit dem Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung (LI) Abteilung Fortbildung Felix-Dahn-Str. 3, 20357 Hamburg.

Veranstaltung in Bremen: Ausgestiegen aus der rechtsextremen Szene. Hat jede*r eine zweite Chance verdient?

23.10.2018 / Kukoon – Kulturkombinat offene Neustadt; Buntentorsteinweg 29, Bremen /19:00 – 20:30 Uhr (Einlass 18:30 Uhr)
Mit Dr. phil. Christian Pfeil

Ein gelungener Ausstieg aus rechtsextremen Szenezusammenhängen beinhaltet neben dem Verzicht auf Gewalt, der kritischen Auseinandersetzung mit der menschenverachtenden Einstellung sowie der biografischen Aufarbeitung auch einen Wiedereinstieg in die Gesellschaft. Die damit verbundenen Herausforderungen für (potentielle) Aussteiger*innen, für die Ausstiegshilfe und die Zivilgesellschaft wollen wir mit Ihnen und unserem Gast Dr. phil. Christian Pfeil (Carl von Ossietzky Universität Oldenburg; Arbeitsstelle Rassismus, Fundamentalismus, Gewalt) gemeinsam diskutieren.

Die Loslösung von rechten Szenezusammenhängen bedeutet oftmals den bisherigen Freundeskreis zu verlassen, Kontakte abzubrechen, die Freizeit neu zu organisieren und sich persönlichen Problemlagen zu stellen. Parallel ist der Distanzierungsprozess verbunden mit einem Aufbau von alternativen sozialen Netzwerken und oftmals einer beruflichen Neueinbindung. Denn nur durch eine gute Re-Integration kann das Risiko einer erneuten Szenehinwendung minimiert werden. Doch häufig stoßen Ausgestiegene aufgrund ihrer Vergangenheit auf Ablehnung und begegnen etwa Problemen bei der Suche nach einem Arbeitsplatz oder beim Aufbau eines außerszenischen Umfeldes. Dabei müssten eigentlich positive Anreize und Zukunftsperspektiven geboten werden, um Zweifler*innen zu ermutigen, sich überhaupt an eine Ausstiegshilfe zu wenden.

Wir möchten sowohl wissenschaftlich als auch praxisnah den Fragen nachgehen, wie Ausstiegs- und Distanzierungsprozesse ablaufen, welche Kriterien erfüllt werden müssen, um die Abkehr von der rechten Szene glaubhaft zu machen und welche Rolle das soziale Umfeld dabei spielt.

Eine Veranstaltung von reset – Beratung und Begleitung bei der Loslösung vom Rechtsextremismus im Land Bremen in Trägerschaft des VAJA e.V.; Hinter der Mauer 9, 28195 Bremen. In Kooperation mit Dr. phil. Christian Pfeil, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg; Arbeitsstelle Rassismus, Fundamentalismus, Gewalt: Analyse, Prävention, Forschung und Beratung für pädagogische Arbeitsfelder (ARFG).

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