Der Nordverbund Ausstieg Rechts ist das Netzwerk der zivil­gesellschaftlichen Distanzierungs- und Ausstiegsprogramme der norddeutschen Bundesländer (Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein). Wir arbeiten eng über Ländergrenzen hinweg zusammen und bieten die notwendige Vernetzung der Akteure im Sinne gelingender Ausstiege und Distanzierungs­prozesse aus extrem rechten Einstellungen und Zusammenhängen.

Über uns ...

Aktuelles

Umfrage zu Opfererfahrungen im Zusammenhang mit staatlichen Institutionen

Du hast nach einem rassistischen, antisemitischen oder sexistischen Angriff Kontakt mit der Polizei gehabt? Dann nimm an unserer Befragung teil! In einer wissenschaftlichen Studie untersuchen wir, wie Betroffene den Kontakt mit Polizei und Justiz nach vorurteilsmotivierter Gewalt erleben. Aus diesen Erfahrungen wollen wir lernen. Durch deine Teilnahme hilfst du, die Situation für Betroffene im Kontakt mit Polizei und Justiz nach Vorfällen rechter Gewalt zu verbessern. Teilnehmen können Personen ab 18 Jahren, die vorurteilsmotivierte Gewalt erlebt haben und danach mit Polizei und/oder Justiz in Kontakt waren. Unter vorurteilsmotivierter Gewalt verstehen wir sowohl körperliche als auch verbale Angriffe, die auf menschenverachtenden Ideologien wie z.B. Rassismus, Antisemitismus, Sexismus oder auf Vorurteilen gegenüber Minderheiten beruhen.

Offener Chat

Jeden Donnerstag von 19-20 Uhr sind wir im offenen Chat zu erreichen - kommen Sie gern vorbei und sprechen Sie anonym und kostenlos mit uns!

Fachtag #NoNazis – Rechte Radikalisierung im Netz

Veranstalter: Prisma, Hamburg vernetzt gegen Rechts, Diakonie Hamburg
Ort: Hamburg Haus Eimsbüttel, Doormannsweg 12, 20259 Hamburg
Zeit: 06.07.2022 von 10:00 bis 16:00 Uhr

Das Smartphone, Soziale Medien, Klicks und Likes sind aus unserem Alltag und dem unserer Adressat*innen nicht mehr wegzudenken. Das Internet ermöglicht es, dass wir uns vernetzen, politisch engagieren und uns sogar empowern. Gleichzeitig nimmt die Gefahr rechter Einflussnahme beständig zu. Ziel des Fachtages soll daher sein, für den Sozialraum Internet als Ort rechter Radikalisierung zu sensibilisieren und die Gefahren für den demokratischen Zusammenhalt aufzuzeigen. Es soll aber auch darum gehen, welche Möglichkeiten der pädagogischen Interventionen (on- und off-line) wir haben. Neben einem Impulsvortrag und einem Abschlusspodium werden in Workshops Inhalte vertieft und Einblicke in die pädagogische Praxis im Feld gegeben. Zielgruppe sind Menschen, die in pädagogischen oder beraterischen Kontexten tätig sind und weitere Interessierte.

Veranstaltet wird der Fachtag von Hamburg Vernetzt gegen Rechts, unserem Modellprojekt Prisma (CJD Hamburg) und der Diakonie Hamburg.

Hier geht es zum Flyer und zur Anmeldung.

Radiobeitrag: Hat der Justizvollzug ein Extremismus-Problem?

In Dresden stehen fünf JVA-Bedienstete vor Gericht, weil sie ausländische Gefangene aus rassistischen Motiven misshandelt haben sollen. Es ist nicht die einzige mutmaßlich rechte Gruppe, die im Gefängnis arbeitet. Sind es Einzelfälle oder gibt es ein strukturelles Problem?

Radiobeitrag auf Deutschlandfunk, in dem auch Kurswechsel - Distanzierungs- und Ausstiegsarbeit Rechts interviewt wird.

Veröffentlichung: Fokusheft „Verschwörungserzählungen“

Das neue Fokusheft „Verschwörungserzählungen – Herausforderungen für die Präventions- und Interventionsarbeit“ von Kurswechsel - Distanzierungs- und Ausstiegsarbeit Rechts bietet neben einem Überblick über Inhalt, Struktur und Interventionsmöglichkeiten von Verschwörungserzählungen neue Aspekte auf bislang eher unterbeleuchtete Themen des Phänomenbereichs: zum einen zu Zusammenhängen zwischen Verschwörungserzählungen und Gender, zum anderen zur Rolle von christlichem Glauben und Verschwörungsdenken. Zudem wird die Erprobung eines Zugangswegs in der Tertiärprävention dargestellt einschließlich eines Plädoyers, viel mehr Anspracheformate zu erproben und zu versuchen, in diese Filterblasen einzudringen, um auch hier Irritationsmomente zu setzen und ein Gesprächsangebot zu machen. Das Heft kann auch gern als Druck kostenfrei bestellt werden.

Veranstaltungsreihe: Ökologie, alternative Milieus und die extreme Rechte – eine gefährliche Mischung

Nicht erst seit der Corona-Krise setzen sich Esoteriker:innen gegen Impfungen ein. Bestimmte alternative Milieus und Aktive im Umweltschutz teilen ideologische Schnittmengen mit extrem rechten Akteur:innen. Im Spannungsfeld zwischen Klimawandelleugnung und „Umweltschutz als Heimatschutz“ entstehen Parallelen, Widersprüche und Vereinnahmungsversuche gegenüber demok‚ratischen Akteur:innen der Umwelt- und Klimaschutzbewegung.

Die Veranstaltungsreihe des Demokratiezentrum Land Bremen wird diese Spannungsfelder näher betrachten: Der Journalist und ausgewiesene Rechtsextremismus-Experte Andreas Speit geht in seiner Lesung „Verqueres Denken“ (10.5.2022) auf gefährliche Weltbilder in alternativen Milieus ein. Zwei Onlineworkshops (23.5. und 1.6.2022)der Fachstelle Radikalisierungsprävention und Engagement im Naturschutz (FARN) geben einen tieferen Einblick in den Umweltschutz von rechts und zeigen solidarische Gegenperspektiven der Klimagerechtigkeit auf.

Alle Veranstaltungen sind kostenlos.

Detaillierte Informationen finden Sie hier (PDF)

Fehlendes Zeugnisverweigerungsrecht in der Sozialen Arbeit

In diesem Jahr jährt sich ein denkwürdiges Urteil des Bundesverfassungsgerichtes (BVerfG) zum 50.Mal. In diesem wurde 1972 festgestellt, dass die Soziale Arbeit kein Zeugnisweigerungsrecht für sich geltend machen kann. Sozialarbeiter*innen müssen vor Gericht also prinzipiell über ihre Klient*innen aussagen, wenn sie vorgeladen werden – ein Zustand, der das notwendige Vertrauensverhältnis zwischen Sozialarbeiter*in und Klient*in erheblich belastet. Die zentralen Argumente waren bereits damals zu hinterfragen, halten heute einer Überprüfung aber gar nicht mehr Stand. Daher fordert ein Bündnis, dessen Mitglied wir sind, die Einführung eines Zeugnisverweigerungsrechts für Sozialarbeiter*innen, auch für die Distanzierungs- und Ausstiegsarbeit sowie eine entsprechende Reform des § 53 Abs. 1 StPO.

Lesen Sie hier die Stellungnahme inklusive Begründung unseres Dachverbands BAG „Ausstieg zum Einstieg“ e.V.

Digitaler Fachtag zum Thema "Einzeltäter*innen"

Der digitale Fachtag der BAG Ausstieg zum Einstieg am 04.11.2021 widmete sich dem Thema Ausstiegs- und Distanzierungsarbeit vor dem Hintergrund sich neuformierender Täter*innentypen rechter Gewalt. In der zivilgesellschaftlichen wie auch in der wissenschaftlichen Auseinandersetzung fordert dieser Befund von Praktiker*innen neue Ansätze und die Entwicklung einer passgenauen Strategie zum Umgang mit extrem rechten Handlungen und Einstellungen.

Fachtag: Kurs halten im Norden? Strategien gegen Rechtsextremismus in der Diskussion

Veranstalter: Verantwortung übernehmen im Norden
Ort: Online bei Zoom
Zeit: 05.11.2021 von 10:00 bis 15:00 Uhr

Der Kooperationsverbund „Verantwortung übernehmen im Norden“ wurde vor 20 Jahren ins Leben gerufen und setzt sich in Fachtagungen regelmäßig mit den Themen Rechtsextremismus und Demokratiestärkung auseinander. Der Verbund umfasst Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein, vertreten sind darin Landespräventionsräte, die Landes-Demokratiezentren bzw. Landeskoordinierungsstellen und der DGB Nord.

Am 05.11.2021 wurde in drei Impulsvorträgen  von Andreas Speit, Lan Böhm und Karolin Schwarz unterschiedliche Aspekte und Herausforderungen der Rechtsextremismusprävention beleuchtet. In acht parallel stattfindenden Austauschforen hatten die Teilnehmenden Gelegenheit, verschiedene Bereiche zu vertiefen und zu reflektieren. Der Nordverbund Ausstieg Rechts thematisierte im Forum Pädagogische Online-Praxis in der Distanzierungs- und Ausstiegszusammenarbeit Rechts neue Anspracheformen und pädagogischen Umgang mit (extrem) rechten Menschen. Im Abschlussvortrag zeigte Dr. Mark Terkessidis Perspektiven und Handlungsoptionen für die Weiterentwicklung der Rechtsextremismusprävention auf.

Start der Online-Beratung

Immer mehr Menschen beschreiten virtuelle Wege, auch um Beratungsangebote in Anspruch zu nehmen – dies nicht erst seit Corona, jedoch hat die Pandemie diese Entwicklung verstärkt und weiter vorangebracht. Gemeinsam im „Nordverbund Ausstieg Rechts“ haben wir daher eine Online-Beratung aufgebaut. So ist es nun möglich, über die Website https://www.nordverbund-ausstieg.de/online-beratung.html mit jedem Beratungsangebot in den norddeutschen Bundesländern datenschutzkonform und vor allem anonym in Kontakt zu treten.

„Misch mit!“-Broschüre – Erfahrungen und Konzepte des demokratiepädagogischen Unterrichts von Kick-off

Die Broschüre „Misch mit! Erfahrungen und Konzepte des demokratiepädagogischen Unterrichts von Kick-off“ ist ein Ergebnis der Erfahrungen aus unserem demokratiepädagogischen Unterricht. „Misch mit!“ findet im Rahmen des Projekts „Kick-off. Prävention und Deradikalisierung in Strafvollzug und Bewährungshilfe in Schleswig-Holstein“ statt, das KAST e.V. gemeinsam mit der Türkischen Gemeinde Schleswig-Holstein durchführt.

Seit Anfang 2018 konnten wir mit unserem Unterricht und unseren eigens entwickelten Konzepten Erfahrungen in der politischen Bildungsarbeit im Jugendstrafvollzug sammeln und diese weiterentwickeln. Im letzten Jahr haben wir uns entschlossen, diese Erfahrungen zu teilen und unsere Konzepte und Materialien anderen Akteur*innen zur Verfügung zu stellen. Sie finden in der Broschüre neben einer Einleitung zu den Hintergründen detaillierte Sitzungskonzepte zu 13 verschiedenen Themen sowie zugehörige Arbeitsmaterialien zum Download auf unseren Websites (https://provention.tgsh.de/angebote/politische-bildung/ und www.kast-sh.de/material/demokratiepaedagogik).

Neue Veröffentlichung: Biografien (extrem) rechter Aussteiger*innen und ihr Einsatz in pädagogischen Settings

Aktuell gibt es eine Vielzahl an Biografien von Aussteiger*innen aus der (extremen) Rechten, an denen ein anhaltend großes Interesse besteht. Weiterhin werden immer wieder Aussteiger*innen in der Bildungsarbeit eingesetzt. Beide Themen wurden in einem Service-Seminar des Nordverbunds Ausstieg Rechts an der Evangelischen Hochschule „Das Rauhe Haus“ einer kritischen Betrachtung unterzogen.

Der Werkstattbericht 2.0 gibt mit seinen Rezensionen einen Überblick über aktuelle Biografien verschiedener Formen (Bücher, Videos), er dokumentiert sinnvolle Leitfragen für die eigene Beschäftigung mit diesen und gibt Denkanstöße für den Umgang mit der gesamten Thematik.

Er kann gern bei uns als Buch bestellt werden oder ist als PDF verfügbar: Download.

Online-Fachtag des Nordverbunds: "Signal geben! Über den pädagogischen Umgang mit (extrem) rechten Personen. Einblicke in die Praxis"

In der Keynote referierte Prof. Dr. Esther Lehnert am 01.12.2020 zum sehr aktuellen Themenkomplex „Soziale Arbeit in Zeiten des Rechtsrucks – Zuspitzung und Radikalisierung durch die Corona-Pandemie“ referieren und anschließend darüber ins Gespräch kommen.

Der Nordverbund gab einen ausgewählten Einblick in die Praxis seiner Mitglieder und gleichzeitig Tipps zum eigenen pädagogischen Umgang mit (extrem) rechten Menschen. Dabei wurde sich auf drei inhaltliche Schwerpunkte konzentriert:

  • KAST aus SH thematisierte die pädagogische Herausforderung der Arbeit in Zwangskontexten
  • JUMP aus MV stellte den Ansatz der Biografie-Arbeit vor
  • KURSWECHSEL aus HH beleuchtete das Feld des Umgangs mit Menschen, die einem Verschwörungsglauben anhängen

Video: Der Nordverbund stellt sich vor

Was macht eigentlich der Nordverbund? Wie sieht unsere Arbeit aus und was sind die Inhalte unserer Distanzierungsarbeit? Unser neues Video beschreibt unseren Arbeitsalltag.

Stellungnahme: Anfragen zu Veranstaltungen mit Aussteiger*innen

Liebe Kolleg*innen,

da wir immer wieder Anfragen zu Veranstaltungen bekommen, bei denen Aussteiger*innen aus (extrem) rechten Szenekontexten Schulen, Jugendräume oder ähnliches besuchen möchten und wie unsere Position als professionelle Beratungsangebote dazu ist, möchten wir an dieser Stelle auf eine Untersuchung aus Schleswig-Holstein verweisen: https://www.nzkrim.de/fileadmin/nzk/Publikationen/2019_IB_schulbasierte_Praeventionsmassnahmen_Aussteiger_Gansewig_Walsh.pdf.

Von den in den norddeutschen Bundesländern tätigen Distanzierungs- und Ausstiegsangeboten werden keine Aussteiger*innen an Schulen und andere Institutionen vermittelt. Ergänzend zu der Studie sind hier einige Bedenken der Mitglieder des Nordverbundes aufgeführt.

Falls es den Bedarf gibt, sich mit der Biografie von Ausgestiegenen auseinanderzusetzen, ist die Biografie von Timo F., Neonazi (https://www.arena-verlag.de/artikel/neonazi-978-3-401-60294-3), zu empfehlen. Zu diesem Buch gibt es pädagogisches Begleitmaterial, welches der Nordverbund mit herausgegeben hat. Oftmals ist der Bedarf an Schulen oder Institutionen jedoch ein anderer, bei dem nach einem klärenden Gespräch etwa mit dem regionalen Ausstiegsangebot sinnvollere Alternativen zu einer Lesung oder einem Besuch von Aussteiger*innen gefunden werden können.

Bei Rückfragen können Sie sich gerne an uns wenden.

Der Text basiert, mit freundlicher Genehmigung, auf der Veröffentlichung des LPR Niedersachsen vom 11.03.2020.

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