Der Nordverbund Ausstieg Rechts ist das Netzwerk der zivil­gesellschaftlichen Distanzierungs- und Ausstiegsprogramme der norddeutschen Bundesländer (Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein). Wir arbeiten eng über Ländergrenzen hinweg zusammen und bieten die notwendige Vernetzung der Akteure im Sinne gelingender Ausstiege und Distanzierungs­prozesse aus rechtsextremen Einstellungen und Zusammenhängen.

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Aktuelles

Veranstaltung in Bremen: Ausgestiegen aus der rechtsextremen Szene. Hat jede*r eine zweite Chance verdient?

23.10.2018 / Kukoon – Kulturkombinat offene Neustadt; Buntentorsteinweg 29, Bremen /19:00 – 20:30 Uhr (Einlass 18:30 Uhr)
Mit Dr. phil. Christian Pfeil

Ein gelungener Ausstieg aus rechtsextremen Szenezusammenhängen beinhaltet neben dem Verzicht auf Gewalt, der kritischen Auseinandersetzung mit der menschenverachtenden Einstellung sowie der biografischen Aufarbeitung auch einen Wiedereinstieg in die Gesellschaft. Die damit verbundenen Herausforderungen für (potentielle) Aussteiger*innen, für die Ausstiegshilfe und die Zivilgesellschaft wollen wir mit Ihnen und unserem Gast Dr. phil. Christian Pfeil (Carl von Ossietzky Universität Oldenburg; Arbeitsstelle Rassismus, Fundamentalismus, Gewalt) gemeinsam diskutieren.

Die Loslösung von rechten Szenezusammenhängen bedeutet oftmals den bisherigen Freundeskreis zu verlassen, Kontakte abzubrechen, die Freizeit neu zu organisieren und sich persönlichen Problemlagen zu stellen. Parallel ist der Distanzierungsprozess verbunden mit einem Aufbau von alternativen sozialen Netzwerken und oftmals einer beruflichen Neueinbindung. Denn nur durch eine gute Re-Integration kann das Risiko einer erneuten Szenehinwendung minimiert werden. Doch häufig stoßen Ausgestiegene aufgrund ihrer Vergangenheit auf Ablehnung und begegnen etwa Problemen bei der Suche nach einem Arbeitsplatz oder beim Aufbau eines außerszenischen Umfeldes. Dabei müssten eigentlich positive Anreize und Zukunftsperspektiven geboten werden, um Zweifler*innen zu ermutigen, sich überhaupt an eine Ausstiegshilfe zu wenden.

Wir möchten sowohl wissenschaftlich als auch praxisnah den Fragen nachgehen, wie Ausstiegs- und Distanzierungsprozesse ablaufen, welche Kriterien erfüllt werden müssen, um die Abkehr von der rechten Szene glaubhaft zu machen und welche Rolle das soziale Umfeld dabei spielt.

Eine Veranstaltung von reset – Beratung und Begleitung bei der Loslösung vom Rechtsextremismus im Land Bremen in Trägerschaft des VAJA e.V.; Hinter der Mauer 9, 28195 Bremen. In Kooperation mit Dr. phil. Christian Pfeil, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg; Arbeitsstelle Rassismus, Fundamentalismus, Gewalt: Analyse, Prävention, Forschung und Beratung für pädagogische Arbeitsfelder (ARFG).

Veranstaltung in Hamburg: Die Quadratur des Kreises - Neurechte Gruppierungen als Adressat_innen für die Soziale Arbeit und die politische Bildungsarbeit

25.10.2018 / Schulmuseum / 19.00 Uhr
Mit Dr. Johanna Sigl und Andreas Speit

Neurechte Gruppierungen – wie etwa die „Identitäre Bewegung“ – setzen auf jugendkulturelle Erscheinungs- und Mobilisierungsformen. Inhaltlich sind sie eindeutig extrem rechts, verschleiern aber bewusst ihre Ungleichwertigkeitsvorstellungen durch vermeintlich modernes Auftreten und den geschickten Einsatz von Multimedia. Wie oder ob es überhaupt möglich sein kann, mit Menschen pädagogisch zu arbeiten, die selber gar kein Interesse an einer Veränderung ihrer Person haben bzw. sich nicht durch bisherige pädagogische Angebote angesprochen fühlen, soll diskutiert werden.
Welche Zugänge sind denkbar? Wie können Menschen erreicht werden, die nicht in das klassische Bild des desintegrierten und gewaltsuchenden Neonazis passen, sondern sich selber als "Elite" und "Speerspitze" einer rechten Bewegung sehen?"

Eine Veranstaltung von Dekonstrukt – Päda­gogische Hand­lungs­möglich­keiten, Zugänge und Dis­tanz­ierungs­arbeit im Feld der „Neuen Rechten“, einem Projekt des CJD Nord Glockengießerwall 3,20095 Hamburg. In Kooperation mit dem Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung (LI) Abteilung Fortbildung Felix-Dahn-Str. 3, 20357 Hamburg.

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