Aktuelle Veranstaltungen
Antisemitismus und Verschwörungserzählungen in türkischen TV-Dramen
Tschaikowsky-Saal (Tschaikowskyplatz 2 | 20355 Hamburg)
Antisemitismus ist ein gravierendes Problem in der Gegenwart. Das war in der jüngsten Vergangenheit nicht zu übersehen. Schon vor dem Anschlag in Halle 2019 sind Jüdinnen und Juden auf der Straße attackiert worden, neue rechte Bewegungen und Parteien fordern ein Ende der „Erinnerungsdiktatur“ und antisemitische Verschwörungstheorien finden immer mehr Verbreitung. Die Veranstaltungsreihe beschäftigt sich mit den aktuellen Erscheinungsformen der Judenfeindschaft in verschiedenen politischen, weltanschaulichen und religiösen Milieus und stellt zugleich Initiativen und Handlungsmöglichkeiten vor, wie man sich gegen Antisemitismus im 21. Jahrhundert engagieren kann.
"Antisemitismus und Verschwörungserzählungen in türkischen TV-Dramen"
Antisemitismus und antisemitische Verschwörungsnarrative sind in der Türkei in unterschiedlichen politischen und gesellschaftlichen Kontexten präsent und werden besonders über mediale Formate verbreitet. Dabei kommt insbesondere den national und international erfolgreichen, populären türkischen Primetime-Fernsehdramen eine wichtige Rolle zu, da sie historische und geopolitische Deutungen einem breiteren Publikum zugänglich machen.
Der Vortrag untersucht, wie solche Deutungsmuster in türkischen Fernsehserien aufgegriffen und transformiert werden. Am Beispiel des Historiendramas Payitaht: Abdülhamid (2027-2021) etwa lassen sich explizite antisemitische Darstellungen identifizieren. Zugleich zeigt sich, dass entsprechende Narrative in aktuellen Primetime-Fernsehdramen häufig nicht offen artikuliert werden, sondern in Form narrativer Codierungen oder geopolitischer Konfliktinszenierungen auftreten.
Der Beitrag analysiert diese unterschiedlichen Erscheinungsformen und fragt danach, wie antisemitische Deutungsmuster in seriellen Erzählungen eingebettet sind und welche Funktionen sie innerhalb dieser Narrative übernehmen.
Aysel Özdilek studierte Turkologie, Erziehungswissenschaft und Evangelische Theologie auf Magister an der Universität Hamburg, welches sie 2015 abschloss. Derzeit promoviert sie an der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz zu Ästhetik, Trends und Diskursen der türkischen Fernsehserienkultur zwischen 2005–2021. Als Medienforscherin beschäftigt sie sich mit audiovisuellen und digitalen Medienkulturen in transkulturellen Kontexten, insbesondere im Bereich der türkischen Fernseh- und Populärkultur.
Eine Veranstaltungsreihe der Landeszentrale für politische Bildung Hamburg in Kooperation mit Hamburg vernetzt gegen Rechts – Koordinierungsstelle des Beratungsnetzwerks gegen Rechtsextremismus Hamburg und der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit in Hamburg e. V. sowie perspek'tif:a - (extrem) rechte Einstellungen in postmigrantischen Communitys.
Für die Veranstaltung ist eine Anmeldung erforderlich!
Bitte, melden Sie sich mit Ihrem vollständigen Namen per E-Mail (abut.can@bsfb.hamburg.de) an.
Pädagogischer Umgang mit Verschwörungserzählungen
Hamburg (Sozialpädagogisches Fortbildungszentrum)
Mit Beginn der Corona-Pandemie nahm die Sichtbarkeit von Verschwörungsideologien, on- wie offline, deutlich zu. Seit Aufhebung der pandemiebedingten Einschränkungen finden zwar weniger große, öffentlich sichtbare Veranstaltungen wie Demonstrationen statt, doch Verschwörungsgläubige verbreiten ihre Ideologie nach wie vor im Familien- und Bekanntenkreis oder auf der Arbeit. Auch online finden sich Räume, in denen entsprechendes Gedankengut – oft verbunden mit (extrem) rechten Einstellungen – verbreitet wird. In der Folge können sich Problemlagen für pädagogische Fachkräfte in unterschiedlichen Bereichen ergeben – etwa an Schulen, in der Kinder- und Jugendarbeit oder in sozialen Beratungseinrichtungen. Mit unserem Workshop wollen wir Informationen zum Thema liefern und Handlungsmöglichkeiten aufzeigen. Dabei begrüßen wir, wenn eigene (anonymisierte) Beispiele aus der pädagogischen Praxis mitgebracht werden, um anhand dieser ins
Gespräch zu kommen.
Ziele • Wissen zum Themenkomplex Verschwörungsideologien erwerben bzw. vertiefen
• pädagogische Interventionsmaßnahmen kennenlernen und anhand von Fallbeispielen
diskutieren
Themen • Merkmale von Verschwörungserzählungen
• Beispiele für (extrem rechte) Verschwörungserzählungen
• Hinwendungsmotive
• Wann sollte reagiert werden?
• pädagogische Handlungsstrategien
• Möglichkeiten des Quellenchecks
Zielgruppe Fach- und Führungskräfte der (Offenen) Kinder- und Jugendarbeit, Jugendsozialarbeit und der Sozialräumlichen Angebote der Jugendhilfe und Familienhilfe (SAJF) sowie Fach und Führungskräfte der Sozialen Arbeit und PTF
Anmeldungen bitte hier: SPFZ Jahresprogramm 2026
Eine Veranstaltung von Kurswechsel - Distanzierungs- und Ausstiegsarbeit Rechts in Kooperation mit dem Sozialpädagogischen Fortbildungszentrum Hamburg.
Die Veranstaltenden behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschließen.